| Die Raptor Familie von Car Power hat Zuwachs bekom- men. Der Sprössling ist klein, irgendwie süss, aber durch und durch ein Raptor. Wer jetzt nämlich glaubt, der “Kleine” wäre lediglich eine Eidechse, sollte besser damit rechnen, bei der erstbesten Gelegenheit gebissen zu werden. Die Raptoren nehmen nämlich ihr Bass-Futter ausgesprochen wichtig. Nur, wo die beiden grossen Raptoren hemmunglos schlingen, kommt ihr Filius mit schnellen Bissen daher. Die Klappe kann er aber trotzdem weit aufreissen. | |
| Der Raptor 6 verfügt nämlich über den bei einem 16er sagenhaften linearen Hub von +/- 9 mm. Womit wir auch schon bei den technischen Familienmerkmalen sind. Als erstes fällt natürlich der Montageflansch mit breiter Abdeckung und Sicke sowie der sehr tiefbauende Alu-Korb auf. Ein neugieriger Blick auf die Rückseite des Korbes bestätigt, dass auch beim Raptor 6 die Zentrierspinne hinter dem Magneten vorhanden ist. Verzichtet wurde dagegen auf die zweite Zentrierung vor dem Magneten und die beiden hintereinander angeordneten Schwing- spulen der grossen Raptoren. Dennoch ist die Beweglichkeit und die Führung der Schwing- einheit vom Feinsten. Bewegt man die Membran hin und zurück, entsteht der Eindruck, sie laufe auf Schienen. Das grosse mechanische Auslenkungsvermögen ist also kein Marketing, sondern für den Raptor 6 in der Tat keinerlei Problem. Die Papiermembran ist zwar nicht ultrasteif, aber langfaserig und recht stabil. Ihre Fläche ist bedingt durch die breite Sicke ca. 15% kleiner als sonst bei 16 cm Chassis zu finden. Dies ist allerdings auch nötig, denn die breite Sicke ermöglicht zusammen mit der ebenso recht breiten Zentrierspine erst den Hub von +/- 9 mm. Ebenso wie beim Raptor 12 und 15 sind die Litzen von den Terminals zur 25 mm durchmessenden Schwingspule isoliert. Insgesamt ist der Qualitätseindruck, den der Raptor 6 hinterlässt, schlicht hervorragend. Die Höhle des Raptors Die Parameter des Raptor 6 mit fs 50 Hz, Qts 0.31 und einem VAS von gerade mal knapp 8 Litern legen den Einbau in Reflexgehäuse von 7 - 10 Litern nahe. Das einzige Problem dabei stellt nur der Reflexkanal dar, der bei 20 cm² Fläche (5 cm Innendurchmesser) schon ca. 20 cm lang sein muss. Hier empfiehlt es sich auf eine Holzkanal zurückzugreifen, da diese etwas weniger anfällig für Nebengeräusche sind. Eigentlich würde sich hier eine Passivmembran hervorragend eignen. In einem Gehäuse von 7 Litern netto mit einem 20 cm² Kanal von 20 cm Länge ergibt sich eine untere Grenzfrequenz von ca. 55 Hz, bei 10 Litern netto mit dem gleichen Kanal sinkt diese auf knapp über 40 Hz. Theoretisch kann der Raptor 6 dabei auf einen Maximalpegel von 105 dB kommen, allerdings ist dann eventuell schon mit einigen Nebengeräuschen aus dem Kanal zu rechnen. Dennoch, die Grenze für die Dynamik eines solchen Systems dürfte der Raptor 6 kräftig nach oben schieben. | | |