BSW-184 II Showsubwoofer

“Ja, das ist ein Bass” - sagen die einen, “Ich brauche nur einen Kühlschrank” - sagen die anderen. Leider hat die Physik für die Erzeugung tiefer Frequenzen mit entsprechend langer Wellenlänge Voraussetzungen vorgesehen, die nicht gerade mit klein und schnuckelig einhergehen. Prinzipiell können 30 Hz auch mit einem 16 cm Chassis erzeugt werden - messtechnisch. Wenn es dann aber um die reelle Wiedergabe eines Schlagzeugs oder gar einer mittleren Explosion in einem Film geht, zeigt sich, dass Messtechnik alleine eher nicht ausreicht, um die Eigenschaften eine Subwoofers ausreichend zu beschreiben. Für den Showsub von Ravemaster hätte sicherlich mit dem BSW 154-II sicherlich auch ein 38er gereicht, aber wenn man es noch eine Nummer grösser hat, warum dann nicht.

Wieso eigentlich Showsub. Nun, eine passende Kiste um ein 46er Chassis wie den BSW 184-II herum zu bauen ist eine Sache, dazu aber noch einen beleuchteten Namenszug direkt über einer nicht gerade zierlichen Reflexöffnung zu integrieren eine bessere. Die Beleuchtung ist zwar nicht essentiell für einen besseren Klang, hat jedoch gleich zwei Vorteile: Erstens sieht sie gut aus und zweitens macht es einfach Spass, so etwas zu bauen.

Frequenzgang im ShowSub

Frequenzgang BSW-184 II im ShowSub Gehäuse

Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob gerade ein Markenlogo beleuchtet wird. Eine kleine Drehung der beiden LED-Träger noch oben, und das Chassis wird angestrahlt. Speaker Trade, der Ravmaster Vertrieb will damit letztendlich nur zeigen, mit welch einfachen Mitteln aus einer Kiste ein Subwoofer mit optischem Highlight werden kann. Denn verwendet wurde nichts, was nicht für wenig Geld aus dem Baumarkt oder bei einem Elektronikladen erstanden werden kann.
Für die eigentliche Lichtemittierung sind zwei weisse LED’ s mit 3 V Spannung und kleinem Abstrahlwinkel zuständig. Deren Halterung besteht aus zwei ca. 10 cm langen Alurohr-Abschnitten mit 10 mm Durchmesser. Für den Deckel des Alurohrs wurden zwei Plastik-Rahmendübel missbraucht, deren oberer Teil der Säge zum Opfer gefallen ist. Zwischen dem 18er BSW und dem Reflexkanal ist Platz für ein 12 cm hohes Paneel. Wird 15 mm Multiplex verwendet und das Paneel mit Rahmendübeln und einer Zwischenlage aus schwarzem Filz auf die 18 mm zurückgesetzte Schallwand gesetzt, schliesst es nahezu bündig mit den Seitenbrettern ab. In das Paneel werden die Alurohre in mit einem Winkel von ca. 80° gebohrte 10 mm Löcher gesetzt. Die Stromzuleitung zu den LED’ s in den Rohren erfolgt einfach zwischen Paneel und Filz.. Rechts oder links von den Alurohren wird das Stromkabel (hier reicht übrigens sehr dünnes Kabel vollkommen aus) durch die Schallwand (abdichten nicht vergessen) nach hinten zu Rückwand geführt und dort z. B. an einem kleinen Terminal angeschlossen. Zur Stromversorgung dient ein einfaches Steckernetzteil. Mit einem Ausschnitt im Paneel und dem Ravemaster Aufkleber (gibt es bei speaker trade) ergibt sich die Optik wie sie hier zu sehen ist. Weitere Informationen siehe den untersten Button rechts.

Gehäuse
Das Gehäuse des ShowSub stellt dem BSW 184-II etwa 155 Liter netto zur Verfügung. Abgesehen von ein paar Versteifungen und der Abtrennung für das verwendete Aktivmodul mivoc AM 120 entspricht es weitgehend einer Kiste mit 6 Brettern.

Frequenzgang mit AM 120

Frequenzgang BSW-184 II mit Aktivmodul AM 120

Klirrfaktor mit AM 120

Klirrfaktor
BSW-184 II mit Aktivmodul AM 120

Bauplan Ravemaster ShowSub

Bauplan ShowSub

Bauplan Ravemaster ShowSub Leuchtpaneel

Bauplan
Leuchtpaneel ShowSub

Der Reflexkanal allerdings ist sehr grosszügig ausgelegt. Mit einem Anfangs- querschnitt innen von fast 550 cm² entspricht er der Membranfläche eines 30 cm Chassis, die Ausgangsfläche von 250 cm² liegt knapp über der Fläche von drei 10 cm Rohren.

Bei einer Abstimmung von fb = 32 Hz beginnt der Schalldruck schon knapp unter 100 Hz leicht, unter 40 Hz dann stärker abzusinken. mit einer Basskorrektur von 3 - 4 dB bei etwa 30 Hz kann dann der Frequenzbereich bis ca. 30 Hz nach unten ausgedehnt werden.
Als Aktivmodul ist das AM 120 von mivoc verwendet worden. Dieses erscheint auf den ersten Blick etwas unterdimensioniert. Allerdings ist das etwas paradox. “Kleinere” Chassis mit wesentlich geringerem Wirkungs- grad billigt man ein “kleines” Aktivmodul zu, wohl, da diese in der regel auch deutlich weniger belastbar sind. Ein Chassis wie der BSW 184-II liefert aber bei 2 Watt schon etwa 98 dB. Mit dem AM 120 ist damit aber ein Schalldruck jenseits der 115 dB möglich. Das ist, gleiche untere Grenzfrequenz vorausgesetzt, mit einem 25er oder 30er Bass selbst mit 400 Watt nicht ganz drin. Bleibt noch die Frage, ob das Modul mit der 100 mm Schwingspule und deren hoher Induktivität fertig wird. Da diese aber nur zweilagig gewickelt ist die Induktivität nicht besonders hoch und stellt damit kein wirkliches Problem dar. Ausserdem kann ja auch ein anders Modul wie z. B. das neue Thommessen Proteus SW 6.0 verwendet werden, womit dann auch die 120 dB Grenze locker geknackt werden kann, vorausgesetzt Mitbe- wohner, Haus und Nachbarn halten das aus. Lediglich die Abtrennung im Gehäuse muss dann natürlich ange- passt werden. Der ShowSub reagiert übrigens problem- los auf kleinere Veränderungen im Innenvolumen. Ob 150 oder 160 Liter, ist ziemlich egal.

Leider lässt sich ein solcher Kanal nicht so einfach mit den üblichen Formeln berechnen. Dazu mehr im geplanten Artikel über Reflex- kanäle. Der Vorteil dieses Kanals ist, das er praktisch keine Neben- geräusche produziert, bei den erreichbaren Lautstärken nicht ganz unwichtig.
Das Gehäuse für den Ravemaster BSW 184-II kann sowohl mit als auch ohne Basskorrektur verwendet werden. Der Unterschied liegt lediglich in der Abstimmfrequenz. Wird das Gehäuse auf fb = 40 Hz abgestimmt, ergibt sich praktisch ein lehrbuchmässiger Schalldruckverlauf mit einer unteren Grenzfrequenz von ca. 40 Hz.

speaker trade -  mivoc, Raveland, Ravemaster

Der BSW 184 Subwoofer mit Beleuchtung. In der Realität sieht das in einem nicht zu hellen Raum richtig klasse aus. Ein Foto kann das nur unvollkommen vermitteln.

Messergebnisse
Der im Nahfeld gemessene Frequenzgang zeigt ohne Basskorrektur deutlich einen der nebenstehenden Simulation entsprechenden Verlauf. Die Basskorrektur des AM 120 gleicht den sanften Abfall des Pegels unter 100 Hz bis etwa 30 Hz herunter aus. Bei noch tieferen Frequenzen wirkt sich dann das Subsonic-Filter des AM 120 deutlich aus.
Das Ausschwingverhalten wurde beim ShowSub in Perioden aufgetragen. Eine Periode entspricht bei 30 Hz ca. 33 msec und wäre damit im sonst üblichen Wasserfalldia- gramm nicht so gut darstellbar. Die Klirrfaktor- messung offenbart dann einen der grössten Vorteile der grossen Membran.

Simulation BSW 184 im 155 Liter Reflexgehäuse mit  Abstimmfrequenzen von 32 und 40 Hz. Durch die tiefere Abstimmfrequenz nimmt der Schalldruck unter 100 Hz langsam, unter 40 Hz stärker ab.

Daten Ravemaster BSW 184-II

Der Klirrfaktor fällt nahezu aus wegen ist nicht. Selbst bei 105 dB mittlerem Pegel durchbricht K3 die 0.3 % Marke erst knapp über 30 Hz. Lediglich der unkritische K2 liegt geringfügig höher.

Alles was Spass (Bass) macht
Der wohl bedeutendste Vorteil einer richtig grossen Membran ist, dass sie kaum Hub macht. Wo ein 30 cm woofer schon kräftig pumpt, zuckt der Konus eines 46ers nur kurz, denn letzterer muss nur ein Drittel des Hubes ausführen. Auch wenn die Papiermembran des BSW 184-II sicher nicht so stabil ist, wie mancher HiTech- Konus, so wirkt sich dieser “Nachteil” auf Grund des deutlich geringeren Hubs nicht aus. Entsprechend ist die Basswiedergabe des ShowSub. Sauber, sehr trocken und äusserst soverän. Es scheint absolut egal zu sein, was dem BSW an Signal vorgesetzt wird, ob Trommeln, Synthibässe oder Explosionen, er gibt es ohne jegliche Anstrengung wieder. Auch der Versuch, über die Lautstärke den ShowSub in Schwulitäten zu bringen, scheiterte an der Angst um die Unversehrtheit sowohl des Hörraumes als auch der Zuhörer. ShowSub 2, Ilmag 0.
Nach diesen hinterhältigen Versuchen (Fehlschlägen) stand dann nur noch Hören auf dem Programm. Um den ShowSub ent- sprechend zu fordern, wurden die Ilmag TraRa Boxen mit 95 dB Wirkungsgrad bei einem Watt als Satelliten verwendet. Und - ein Schlagzeug wird so wieder zu einem Schlagzeug, ein Kontrabass zu einem Kontrabass. Dynamik, Grösse, Tiefbass - alles stimmt.

Typ:460 mm (18”) Tieftonsystem

Rms: 15.7 kg/s

Aussendurchmesser: 462 mm

Mms: 196 g

Einbaudurchmesser: 424 mm

Bxl: 18.2 N/A

Frästiefe: 14 mm

Wirkungsgrad SPL: 98 dB / 2.83 V

Gesamthöhe: 213 mm

Höhe obere Polplatte: 10 mm

Impedanz: 4 Ohm

Durchm. Schwingspule: 100 mm (4“)

Re: 3.2 Ohm

Höhe Schwingspule: 20 mm

fs: 31 Hz

xmax: +/- 5 mm

Qms: 2.42

Induktivität Le: 0.55mH

Qes: 0.37

Polkernbohrung: 35 mm

Qts: 0.32

Belastbarkeit: 500 Watt R.M.S.*

VAS: 269 l

 

SD: 1194 cm²

 

*Herstellerangabe                                        

Subwoofer mit Ravemaster BSW-184 II

460 mm Tieftonsystem
Preis: BSW 184-II ca. 150,- Euro; AM 120 ca. 130,- Euro;
         Beleuchtung ca. 15,- Euro
Vertrieb: speaker trade, Solingen

  • + tiefe Basswiedergabe mit enormem Wirkungsgrad
  • + sehr sauber und sehr souverän
  • + für ein 46 cm Chassis recht geringe Gehäusegrösse
  • + erstklassiges Preis-Leistungsverhältnis

Mit dem Ravemaster BSW 184-II ist für ca. 400 Euro fast so etwas wie ein ultimater Subwoofer zu haben, entsprechende Satelliten vorausgesetzt.

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